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Volkskrankheit Schilddrüsenbeschwerden betrifft deutlich mehr Frauen als Männer

Immer noch häufig unbeachtet und unerkannt

Berlin, September 2021 – Müdigkeit, Gewichtszunahme oder auch -verlust, Haarausfall, trockene Haut, Konzentrationsschwäche, Nervosität, Schlaf- und Zyklusstörungen oder ein unerfüllter Kinderwunsch: Schilddrüsenerkrankungen umfassen ein großes Bild verschiedener Krankheitsbilder mit sehr unterschiedlichen Symptomen, von denen keines als repräsentativ für eine Fehlfunktion des schmetterlingsförmigen Halsorgans gilt. Gerade deshalb werden Schilddrüsenerkrankungen zu Beginn sehr leicht übersehen, stellt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) fest. Dabei entwickelt etwa jeder dritte erwachsene Mensch hierzulande im Laufe seines Lebens eine Schilddrüsenveränderung. Was gerade Frauen darüber wissen müssen, da sie häufiger als Männer davon betroffen sind und welche Fortschritte es bei der Diagnostik und Therapie verschiedener Schilddrüsenerkrankungen gibt, erläutern Experten auf einer Online-Pressekonferenz anlässlich der hybrid online und in Nürnberg stattfindenden 49. Jahrestagung des BDN.

Die Schilddrüse beeinflusst sehr viele Vorgänge im Körper, ihre Hauptfunktion ist die Regelung des Energiestoffwechsels. Vergrößerungen und knotige Veränderungen des Halsorgans findet man bei geschätzt 20 Millionen Menschen in Deutschland, dicht gefolgt von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie zum Beispiel Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow. „Kaum ein Organ im menschlichen Körper wird öfter therapiert oder sogar operiert“, sagt Professor Dr. med. Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) und Facharzt für Nuklearmedizin aus Essen. „Schilddrüsenmedikamente liegen in Deutschland im Spitzenbereich der verschriebenen Präparate, in den USA sogar auf Platz 1.“ Die sehr unterschiedlichen Ursachen für Schilddrüsenerkrankungen reichen unter anderem von Jodmangel oder einer genetischen Disposition bis hin zu Schwangerschafts- oder stressbedingten Störungen im Immunsystem.

„Epidemiologisch auffallend ist, dass Schilddrüsenerkrankungen mit steigendem Alter zunehmen und Frauen deutlich häufiger als Männer davon betroffen sind“, erklärt Professor Moka. Aufgrund einer hohen Bandbreite sehr verschiedener möglicher Symptome werde eine Schilddrüsenfehlfunktion bei gesundheitlichen Beschwerden aber oftmals zunächst nicht in Betracht gezogen und übersehen, mahnt der BDN-Vorsitzende: „Ein typisches Leitsymptom gibt es leider nicht. Leiden Patientinnen und Patienten unter Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depressionen oder Antriebslosigkeit und lässt ihre geistige Leistungsfähigkeit nach, raten wir ihnen, sich auf eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion untersuchen zu lassen“. Eine unerklärliche Gewichtsabnahme, Nervosität, Schlafstörungen und Herzrhythmusstörungen hingegen können auf eine etwaige Schilddrüsenüberfunktion hinweisen. Auch bei Verdickungen am Hals, Schluckbeschwerden und anhaltender Heiserkeit sollten Betroffene zum Arzt gehen und eine eventuelle Schilddrüsenerkrankung abklären lassen.

„Zur Basisdiagnostik gehören eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Schilddrüsenhormonspiegels und gegebenenfalls weiterer Werte“, erläutert Professor Moka. Unter anderem bei Schilddrüsenknoten führen Nuklearmedizinerinnen und -mediziner anschließend eine Szintigrafie durch: Dabei wird Patienten eine leicht radioaktive Substanz in eine Armvene gespritzt. Diese wird innerhalb von 15 bis 20 Minuten von den Schilddrüsenzellen aufgenommen und die dadurch sichtbaren Veränderungen von einer Kamera erfasst. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Röntgenaufnahme. Das radioaktive Kontrastmittel scheidet der Körper nach wenigen Stunden über Urin und Stuhl wieder aus. Professor Moka betont: „Früh erkannt, sind Schilddrüsenerkrankungen sehr gut behandelbar!“

Worauf Menschen mit Schilddrüsenveränderungen achten müssen und welche Fortschritte es bei der Diagnostik und Therapie verschiedener Schilddrüsenerkrankungen gibt, erläutern Experten auf einer Online-Pressekonferenz anlässlich der hybrid online und in Nürnberg stattfindenden 49. Jahrestagung des BDN.

Ihr Kontakt für Rückfragen:
BDN-Pressestelle
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-652, Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: hommrich@medizinkommunikation.org
www.berufsverband-nuklearmedizin.de