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Schilddrüsenunterfunktion und Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) treten bei Frauen oft gemeinsam auf

Berlin, September 2021 – Eine normale Schilddrüsenfunktion ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit unerlässlich. Schilddrüsenhormone beeinflussen maßgeblich Vitalität, Leistungsfähigkeit, Ausgeglichenheit, Aussehen, Libido und den Frauenhormonzyklus. Daher spielen sie auch eine wichtige Rolle bei Frauen mit Kinderwunsch und Schwangerschaft. Die Autoimmunthyreoiditis, eine auch als Hashimoto bekannte Schilddrüsenunterfunktion, ist die häufigste Autoimmunerkrankung der Frau. Sie kann gemeinsam mit einer weiteren hormonellen Balancestörung, dem sogenannten Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS), auftreten. Unerkannt und unbehandelt kann ein PCOS die Lebensqualität betroffener Frauen stark einschränken. Warum Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen häufiger als bei Männern vorkommen, wie sie unter anderem die Fruchtbarkeit beeinflussen und behandelt werden müssen, erläuterten Experten auf einer Online-Pressekonferenz anlässlich der hybrid online und in Nürnberg stattfindenden 49. Jahrestagung des BDN.

Das PCOS ist eine weibliche Hormonstörung, unter der etwa fünf bis zehn Prozent der geschlechtsreifen Frauen in Deutschland leiden. „Das sind circa eine Million Betroffene hierzulande“, sagt Privatdozentin Dr. med. Beate Quadbeck, niedergelassene Endokrinologin aus Düsseldorf. Die Störung macht sich typischerweise zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr bemerkbar und tritt drei- bis viermal häufiger bei Frauen mit einer Hashimoto-Thyreoiditis auf. Dr. Quadbeck erklärt: „Diese Patientinnen weisen typischerweise Zyklusstörungen wie fehlende oder verlängerte Zyklen, eine männliche Behaarung, Akne, vermehrten Haarausfall sowie eine Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut auf.“ Zudem haben sie bereits in jungen Jahren Übergewicht oder gar Adipositas, ein metabolisches Syndrom mit Zuckerverwertungsstörung beziehungsweise Diabetes mellitus Typ 2 sowie erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck.

„Die starke männliche Körperbehaarung, das Übergewicht und eine ausbleibende Schwangerschaft können betroffene Frauen in ihrem Selbstwertgefühl und somit in ihrer Lebensqualität sehr stark einschränken“, weiß die Endokrinologin aus der Praxis.

„Das Krankheitsbild PCOS ist sehr komplex und wird häufig nicht sofort erkannt, insbesondere, wenn der diagnostische Fokus nur auf der Diagnose und Therapie einer Autoimmunthyreoiditis beruht“, erläutert Quadbeck. Die Therapie der beiden Erkrankungen müsse individuell und interdisziplinär, unter anderem gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Nuklearmedizin, erfolgen, betont Dr. Quadbeck: „Eine Schilddrüsenunterfunktion behandeln wir mit Schilddrüsenhormonen. Bei einem PCOS müssen wir den Zyklus regulieren, etwa mit Metformin.“ Ein multifaktorieller Therapieansatz könne innerhalb weniger Monate die Symptome verringern und die Lebensqualität betroffener Frauen deutlich verbessern.

Die digitale Pressemappe und die Aufzeichnung der Online-Pressekonferenz anlässlich der hybrid online und in Nürnberg stattfindenden 49. Jahrestagung des BDN finden Interessierte anbei:

https://attendee.gotowebinar.com/recording/5271649599040510223

hr Kontakt für Rückfragen:
BDN-Pressestelle
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-652, Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: hommrich@medizinkommunikation.org
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